Vor zehn Jahren saß ich genau dort. Auf dieser rot karierten Couch in der Küche meiner Oma. Laptop vor mir, Kaffeetasse irgendwo daneben ☕, Kopf kurz vorm Explodieren. Und obwohl ich so viel leistete, kannte ich dieses Gefühl nur zu gut: sich nicht gut genug fühlen.
Ich schrieb meine Bachelorarbeit. Und während mein Kopf rauchte, stellte ich mir immer wieder dieselbe Frage:
Wozu das Ganze eigentlich?
Warum quäle ich mich durch dieses Zahlen-Gedöns? Warum dieser Stress? Wird mein Leben dadurch wirklich schöner? Bin ich danach endlich entspannter? Sicherer? Mehr ich?
Manchmal bin ich morgens zum Bäcker gegangen. Dort roch alles nach frischen Brötchen, nach Alltag, nach einem Leben, das irgendwie viel unkomplizierter wirkte. Die Verkäuferin war freundlich, die Welt für einen Moment angenehm langsam. Und ich dachte:
Warum reicht mir das nicht? Warum muss ich immer noch mehr erreichen?
Nicht gut genug fühlen hat oft weniger mit deiner tatsächlichen Leistung zu tun als mit der Art, wie du gelernt hast, dich selbst zu bewerten. Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch.
Nicht unbedingt wegen einer Bachelorarbeit. Vielleicht wegen deines Jobs. Deiner To-do-Liste. Deiner Karriere. Deiner Erwartungen an dich selbst. Vielleicht, weil du immer wieder glaubst: „Wenn ich erst dieses Ziel erreicht habe, dann fühle ich mich endlich gut genug.“
Spoiler: meistens passiert genau das nicht.
Nicht gut genug fühlen: Warum noch mehr Leistung selten hilft
Ich bin ganz gut durch mein Studium gekommen. Ehrlicherweise sogar ziemlich gut.
Aber nicht, weil ich so unfassbar entspannt war. Nicht, weil ich morgens aufgewacht bin und dachte: „Juhu, Mathe! Wie herrlich!“ Eher nicht. Absolut überhaupt nicht😅
Die Wahrheit ist: Ich war die Streberin vom Dienst.
Schon in der Schule. Klassenbeste. Auch im Studium vorne mit dabei. Und trotzdem war da nicht dieses souveräne Gefühl von: „Ich kann das. Ich bin sicher. Ich vertraue mir.“
Da war eher dieser innere Druck.
Der Wecker wurde gestellt, um Mathe zu lernen. Am Wochenende saß ich über Unterlagen. Während andere vielleicht entspannt in den Tag gestartet sind, dachte ich schon: „Du musst mehr machen. Du bist noch nicht gut genug vorbereitet.“
Und weißt du, was das Verrückte ist? Von außen sah das wahrscheinlich diszipliniert aus. Ehrgeizig. Vorbildlich. Nach „Die hat ihr Leben im Griff“.
Von innen fühlte es sich aber oft ganz anders an.
Nach Angst zu versagen. Nach Druck. Nach dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Nach diesem leisen inneren Antreiber, der nie wirklich zufrieden ist.
Vielleicht kennst du ihn auch.
Diesen Teil in dir, der sagt:
„Mach noch mehr.“
„Streng dich mehr an.“
„Andere sind weiter.“
„Du darfst jetzt nicht nachlassen.“
„Wenn du scheiterst, sehen alle, dass du doch nicht so gut bist.“
Uff. Ciao Leichtigkeit.
Nicht gut genug fühlen trotz Erfolg: Warum dein Selbstwert mehr braucht
Viele von uns glauben: Wenn ich erst den Abschluss habe, die Beförderung bekomme, das Projekt meistere, die perfekte Beziehung führe, die schöne Wohnung habe oder endlich „angekommen“ bin, dann wird dieses Gefühl verschwinden.
Dann fühle ich mich sicher. Dann bin ich selbstbewusst. Dann kann ich entspannen. Dann bin ich gut genug.
Klingt logisch, oder?
Nur leider funktioniert unser Innenleben nicht wie ein Bonusprogramm im Supermarkt.
Du sammelst nicht zehn Erfolge und bekommst dann automatisch ein stabiles Selbstwertgefühl gratis dazu. ✨
Natürlich können Erfolge guttun. Natürlich darfst du stolz sein auf das, was du geschafft hast. Und bitte feiere dich dafür. Wirklich.
Aber wenn tief in dir die Überzeugung abgespeichert ist, dass du dich erst beweisen musst, dann wird kein Titel der Welt diese innere Unsicherheit dauerhaft lösen. Kein Bachelorabschluss.
Kein Master. Kein Jobtitel. Keine Gehaltserhöhung. Kein Zertifikat. Kein Lob von außen.
Denn dein Selbstwert entsteht nicht dadurch, dass du immer mehr leistest.
Er entsteht dadurch, dass du lernst, dich selbst anders zu sehen.
Fachlich gesagt: Selbstwert und Selbstbewusstsein sind nicht dasselbe. Selbstbewusstsein beschreibt eher, dass du weißt, was du kannst. Selbstwert geht tiefer: Es geht darum, wie du dich als Mensch bewertest — unabhängig von Leistung, Fehlern oder äußeren Erfolgen.
Genau deshalb kann nicht gut genug fühlen auch dann noch auftauchen, wenn du objektiv längst erfolgreich bist.
Die Sache mit der Flugangst und dem „Ich bin nicht gut genug“-Gefühl
Dieses nicht gut genug fühlen lässt sich nicht einfach wegargumentieren, nur weil dein Lebenslauf eigentlich ziemlich beeindruckend aussieht. Ich vergleiche das gern mit Flugangst.
Du kannst einem Menschen mit Flugangst noch so oft sagen, dass Fliegen statistisch gesehen sehr sicher ist. Du kannst mit Zahlen, Fakten und Wahrscheinlichkeiten kommen.
Die Angst sagt trotzdem: „Ja, schön für die Statistik. Ich habe trotzdem Panik.“
So ähnlich ist es mit dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Du kannst objektiv erfolgreich sein. Du kannst gute Noten haben. Du kannst im Job kompetent sein. Du kannst von anderen hören, wie toll du bist.
Und trotzdem fühlt sich innen etwas unsicher an. Weil dein Kopf vielleicht längst verstanden hat: „Eigentlich kann ich das.“
Aber dein Körper, dein Unterbewusstsein, dein innerer Autopilot sagen noch:
„Bist du sicher? Lieber nochmal mehr leisten. Lieber nochmal absichern. Lieber bloß keinen Fehler machen.“
Und genau deshalb reicht es oft nicht, sich einfach ein paar schöne Affirmationen an den Spiegel zu kleben.
Nicht falsch verstehen: Ich liebe gute Gedanken. Ich liebe Manifestation. Universum, Glitzer, vom Ziel aus denken — you know me. 🌙✨
Aber echte Veränderung passiert nicht nur im Kopf. Sie passiert, wenn du beginnst, anders mit dir umzugehen. Wenn du dir selbst Sicherheit gibst. Wenn du dich nicht mehr dauerhaft über Leistung regulierst.
Work-Life-Balance ist schön. Aber was ist mit deiner inneren Balance?
Denn nicht gut genug fühlen verschwindet nicht automatisch, nur weil dein Kalender etwas leerer wird. Das Verrückte: Meine Bachelorarbeit damals handelte von Work-Life-Balance als Bindungsinstrument für Mitarbeitende.
Heute muss ich darüber schmunzeln. Scheinbar war mir schon damals wichtig, dass Menschen nicht nur für die Arbeit leben. Dass Leben mehr sein darf als funktionieren, leisten, durchhalten.
Und ja: Work-Life-Balance ist wichtig. Aber heute würde ich ergänzen: Es geht nicht nur darum, weniger zu arbeiten. Es geht auch darum, anders mit dir selbst zu sein.
Denn du kannst theoretisch pünktlich Feierabend machen und trotzdem innerlich komplett unter Strom stehen.
Du kannst im Urlaub sein und trotzdem gedanklich deine To-dos sortieren.
Du kannst Yoga machen 🧘♀️ und dich dabei fragen, ob du es „richtig“ machst.
Du kannst frei haben und dich trotzdem schuldig fühlen, weil du nicht produktiv bist.
Kennst du das? Dann geht es nicht nur um Zeitmanagement. Dann geht es um Selbstwert.
Und um die Frage: Darf ich mich gut fühlen, auch wenn ich gerade nichts leiste?

Warum du dich an erste Stelle setzen darfst
Vielleicht hast du auch gelernt: Man kämpft sich halt durch. Man stellt sich nicht so an. Man macht weiter. Man ist fleißig. Man hält durch. Man funktioniert.
Ich kenne das. Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung gemacht, in der Work-Life-Balance eher so mittel vorhanden war. Zwölf-Stunden-Tage? Kamen vor (sehr oft sogar). Krankmeldung? Wurde nicht immer gerade verständnisvoll empfangen.
Und rückblickend verstehe ich, warum ich später so sensibel für Arbeitszeiten, Grenzen und Bedürfnisse geworden bin.
Damals war ich in vielen Situationen nicht klar. Nicht, weil ich schwach war. Sondern weil ich es nicht besser wusste. Weil ich dachte: „So macht man das eben.“ (Lehrjahre sind keine Herrenjahre…solche Sprüche kennst du vielleicht auch?)
Heute sehe ich das anders.
Heute weiß ich:
Deine Bedürfnisse sind kein Luxus. Deine Grenzen sind keine Frechheit. Deine Energie ist keine endlose Ressource. Und du musst nicht erst komplett erschöpft sein, bevor du dich wichtig nimmst.
Wie im Flugzeug: Setz dir zuerst selbst die Sauerstoffmaske auf, bevor du anderen hilfst.
Nicht aus Egoismus. Sondern weil du aus deiner Kraft heraus viel klarer, liebevoller und wirksamer bist.
Mehr leisten macht dich nicht automatisch glücklicher
Heute arbeite ich auch manchmal lange. Aber es ist anders.
Nicht aus Angst. Nicht, weil ich glaube, ich müsste mich beweisen. Sondern weil ich liebe, was ich tue. Weil ich weiß, welchen Unterschied meine Arbeit als Coach machen kann.
Wenn eine Kundin plötzlich erkennt: „Ich muss gar nicht noch mehr leisten, um wertvoll zu sein.“
Wenn sie anfängt, ihre Meinung auszusprechen. Wenn sie nicht mehr jede Nachricht 17-mal gegenliest, bevor sie antwortet. Wenn sie klarer spürt, wer ihr guttut und wer nicht. Wenn sie im Job souveräner wird, ohne härter zu werden.
Wenn sie sagt:
„Laura, ich hätte nie gedacht, wie souverän ich sein kann. Mir fällt es plötzlich so leicht, meine Meinung zu sagen und mich nicht dauernd verunsichern zu lassen.“
Dann denke ich jedes Mal: Genau dafür.
Und das Spannende ist: Wenn Frauen aufhören, sich permanent kleinzumachen, sinkt ihre Leistung nicht.
Das Paradoxe: Oft steigt sie sogar.
Aber nicht mehr aus Druck. Sondern aus Energie. Aus Klarheit. Aus Selbstvertrauen. Aus echter innerer Stabilität.
Das ist ein komplett anderes Lebensgefühl.
Was wäre, wenn du längst genug geschafft hast?
Vor ein paar Wochen saß ich wieder auf dieser karierten Couch bei meiner Oma.
Diesmal nicht mit Bachelorarbeit, Statistik und rauchendem Kopf.
Sondern um Deko für ihren 90. Geburtstag vorzubereiten. ❤️
Und plötzlich war da dieser Moment.
Ich saß dort und dachte: Wow. Vor zehn Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mich heute so fühlen würde.
So viel ruhiger. So viel klarer. So viel mehr bei mir. So viel selbstbewusster.
Nicht immer, natürlich. Ich bin Coach, kein schwebendes Räucherstäbchen. 😄
Aber insgesamt: so viel freier.
Und vielleicht ist genau das der Punkt.
Wir warten oft darauf, dass irgendwann dieser große Moment kommt. Dieser eine Erfolg, der alles verändert.
Aber echte Veränderung passiert oft viel leiser.
In den Momenten, in denen du dich traust, ehrlich hinzusehen.
In denen du aufhörst, dich ständig zu bewerten.
In denen du dich fragst: „Was brauche ich eigentlich?“
In denen du merkst: „Ich darf mir selbst vertrauen.“
In denen du erkennst: „Ich bin nicht erst wertvoll, wenn ich noch mehr geschafft habe.“
Der erste Schritt raus aus dem nicht gut genug fühlen ist oft nicht noch mehr Disziplin, sondern ehrliche Selbstanerkennung.
Eine kleine Übung für deinen Selbstwert
Ich möchte dich heute zu etwas einladen. Hast du Lust?
Nimm dir einen Kaffee, Tee oder was auch immer dein Herz gerade will ☕✨ und schreib mal auf:
Was hast du in deinem Leben bisher schon gerockt?
Und bitte nicht nur die offensichtlichen Dinge wie Abschlüsse, Jobs oder Projekte.
Schreib auch auf:
- Welche schwierigen Phasen hast du gemeistert?
- Wann bist du mutiger gewesen, als du dachtest?
- Wo hast du weitergemacht, obwohl es schwer war?
- Welche Entscheidung war im Nachhinein richtig wichtig?
- Wo bist du heute klarer als früher?
- Was hättest du dir vor zehn Jahren nie zugetraut?
- Wo darfst du dich mal so richtig feiern? 💃
Und dann lies dir diese Liste nicht einfach nur schnell durch. Lass sie wirken.
Nicht als Beweis dafür, dass du jetzt endlich genug bist. Sondern als Erinnerung daran, dass du es die ganze Zeit schon warst.
Raus aus dem nicht gut genug fühlen: Du darfst deinen Selbstwert neu aufbauen
Es bedeutet, dass ein Teil in dir gelernt hat, Sicherheit über Leistung zu suchen.
Und hey — das hat wahrscheinlich lange funktioniert. Zumindest irgendwie.
Du bist dadurch vielleicht weit gekommen. Hast viel geschafft. Viel getragen. Viel möglich gemacht.
Aber vielleicht ist jetzt der Moment, an dem du nicht mehr nur funktionieren möchtest.
Vielleicht ist jetzt der Moment, an dem du nicht noch mehr leisten willst, sondern dich endlich leichter fühlen möchtest.
Nicht kleiner. Nicht angepasster. Nicht härter.
Sondern klarer. Freier. Souveräner. Mehr du.
Und genau dabei begleite ich dich in meinem 1:1 Coaching mindful YOUniverse.
Dort schauen wir gemeinsam hin: auf deinen Selbstwert, deine inneren Antreiber, deine Grenzen, deine Bedürfnisse und das Leben, das du dir eigentlich wünschst.
Nicht mit Druck. Nicht mit „Du musst dich nur mehr optimieren“.
Sondern mit Klarheit, Tiefe, Leichtigkeit und einer guten Portion: Ciao mimimi. ✨
Wenn du spürst, dass du nicht länger warten möchtest, bis du dich irgendwann gut genug fühlst, dann buch dir super gern ein kostenfreies Klarheitsgespräch.
Hier findest du alle Infos zu mindful YOUNiverse:
👉 https://lmj-coaching.de/mindful-youniverse/
Du musst nicht noch mehr leisten, um wertvoll zu sein.
Du darfst anfangen, dich genauso zu behandeln. ❤️


