Du kennst das vielleicht: Du sitzt abends auf dem Sofa. Eigentlich ist alles gut. Der Tag ist geschafft, die Kinder schlafen vielleicht endlich, die Spülmaschine läuft, dein Handy liegt neben dir und du atmest einmal kurz durch. Und trotzdem geht es los. Genau darum geht es hier: sich selbst vertrauen lernen – mitten im Alltag, mitten im Kopfkino, mitten in diesem Gefühl von: Ich funktioniere, aber ich fühle mich nie ganz sicher.
War meine Nachricht komisch? Warum hat er so kurz geantwortet? Bin ich egoistisch, wenn ich absage? Hätte ich bei meinem Kind ruhiger bleiben müssen? Und warum kriegen andere das scheinbar so locker hin, während du schon wieder alles zerdenkst?
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Von außen funktionierst du. Du bist zuverlässig, machst, kümmerst dich, denkst mit und hältst vieles zusammen – in Freundschaften, in deiner Beziehung und vielleicht auch als Mama. Aber innerlich bleibt dieses leise Gefühl: Ich mache doch alles und bin trotzdem nie gut genug.
Genau hier beginnt der wichtigste Shift: Sich selbst vertrauen lernen bedeutet nicht, nie wieder zu zweifeln. Es bedeutet, dass du nicht mehr jedem Zweifel das Steuer überlässt.
Der Wochenmarkt-Moment: präsent gedacht, aber auf Autopilot unterwegs
Neulich war ich auf dem Wochenmarkt. Ich liebe Wochenmärkte: frisches Obst, Gemüse, Farben, Körbe – dieser kleine Pinterest-Moment in echt. 💃
Wenn du mich gefragt hättest, hätte ich gesagt: Klar, ich war total präsent. Turns out: War ich nicht.
Ich stand an einem Stand mit frischen Eiern und hausgemachten Nudeln. Vor mir bezahlte eine Frau, nahm ihre Sachen und ging. Kurz danach merkten die Verkäuferin und ich: Die Frau hatte ihr Portemonnaie liegen lassen. Und wir beide hatten keine Ahnung, wer sie war.
Wir blickten über den Markt. Frauen mit Einkaufstüten gab es einige. Aber ehrlich? Sie stand direkt vor mir und war trotzdem: aus den Augen, aus dem Sinn.
Dieser Moment hat mir wieder gezeigt: Wir glauben oft, wir nehmen alles bewusst wahr. In Wahrheit läuft unglaublich viel auf Autopilot.
Warum dein Kopf nicht automatisch recht hat
Unser Gehirn ist faszinierend und manchmal eine kleine Drama-Queen. Es scannt permanent: Bin ich sicher? Werde ich abgelehnt? Habe ich etwas falsch gemacht? Das ist nicht falsch. Das ist menschlich.
Schätzungen aus der Psychologie gehen davon aus, dass ein sehr großer Teil unserer Gedanken, Bewertungen und Entscheidungen unbewusst abläuft. Oft wird in diesem Zusammenhang von rund 95 Prozent gesprochen. Heißt: Wir glauben, alles bewusst und rational zu bewerten, aber im Hintergrund laufen alte Erfahrungen, Bewertungen und innere Überzeugungen mit.
Wenn dein Partner nicht sofort antwortet, heißt das nicht automatisch: Ich bin ihm nicht wichtig. Wenn deine Freundin kürzer schreibt, heißt das nicht automatisch: Sie ist sauer. Wenn dein Kind wütend ist, heißt das nicht automatisch: Ich bin keine gute Mutter.
Es bedeutet erstmal nur: Da ist eine Situation. Und dann kommt dein Kopf und macht daraus eine Geschichte. Die entscheidende Frage ist: Welche Geschichte glaubst du?
Sich selbst vertrauen lernen beginnt, wenn du deine Gedanken prüfst
Viele Frauen, mit denen ich arbeite, sind unglaublich reflektiert. So oft höre ich „Laura, ich bin doch schon so reflektiert“….Sie wollen niemanden verletzen, fair sein, gute Freundinnen, Partnerinnen und Mütter sein. Und ja: Das ist erstmal wunderschön. Erstmal…
Aber irgendwann kippt es. Aus Rücksicht wird Selbstverrat. Aus Nachdenken wird Grübeln. Aus Verantwortungsgefühl wird Daueranspannung. Aus Ich möchte es gut machen wird Ich darf bloß nichts falsch machen.
Dann fragst du dich nicht mehr: Was brauche ich? Sondern: Wie kommt das an? Bin ich zu empfindlich? Darf ich das überhaupt sagen?
Sich selbst vertrauen lernen heißt deshalb nicht, noch mehr über dich nachzudenken. Es heißt, wieder zu lernen, dir zuzuhören.

Dein Kopf erzählt Geschichten, aber du bist nicht dein Kopf
Hier kommt ein Satz, den du dir gern abspeichern darfst: Nur weil du etwas denkst, ist es noch lange nicht wahr.
Dein Kopf kann dir erzählen: Sie findet dich bestimmt anstrengend. Du bist zu hart. Du bist zu weich. Du bist zu viel. Du bist nicht genug.
Merkst du was? Der Kopf findet immer irgendwas. Sagst du Ja, bist du nicht klar genug. Sagst du Nein, bist du egoistisch. Schreibst du direkt, warst du zu kühl. Schreibst du weich, warst du vielleicht zu needy.
Deshalb darfst du eine neue Instanz in dir stärken: die Frau, die sagt: Moment. Ich darf prüfen, ob dieser Gedanke wirklich stimmt. Das ist Selbstführung. Nicht laut. Nicht hart. Sondern klar. ❤️
Warum du dich in Beziehungen oft selbst verlierst
Gerade in Beziehungen zeigt sich fehlendes Selbstvertrauen besonders deutlich. Nicht unbedingt, weil du keine Meinung hast, sondern weil du deiner eigenen Wahrnehmung nicht traust.
Deine Freundin sagt ein Treffen ab und dein Kopf ruft: Sie hat keine Lust auf mich. Dein Partner hört dir nicht richtig zu und dein Kopf macht daraus: Ich bin ihm egal. Dein Kind ist schlecht drauf und dein Kopf flüstert: Ich mache etwas falsch.
Und irgendwann bist du nicht mehr bei dir. Du bist bei der möglichen Reaktion der anderen.
Natürlich dürfen uns andere Menschen wichtig sein. Aber Verbindung, die nur funktioniert, wenn du dich dauerhaft klein machst, ist keine echte Verbindung. Dann ist es Anpassung. Und du bist nicht hier, um dich passend zu machen. Du bist hier, um echt zu sein.
Die wichtigste Frage, wenn dein Kopf wieder loslegt
Wenn du merkst, dass dein Kopf wieder Geschichten erzählt, stell dir diese eine Frage: Ist das gerade eine Tatsache oder ist das eine Geschichte?
Tatsache: Deine Freundin hat kurz geantwortet. Geschichte: Sie ist genervt von mir. Tatsache: Dein Partner hat dein Kompliment nicht direkt erwidert. Geschichte: Er sieht mich gar nicht mehr. Tatsache: Dein Kind weint und ist wütend. Geschichte: Ich bekomme das alles nicht hin. Tatsache: Du hast eine Einladung abgesagt. Geschichte: Jetzt denken alle, ich bin unzuverlässig.
Diese Unterscheidung ist kraftvoll, weil sie dich aus dem Autopilot holt. Du musst deine Gedanken nicht bekämpfen oder so tun, als wärst du tiefenentspannt, wenn du innerlich durch eine Excel-Tabelle aus Worst-Case-Szenarien scrollst.
Du darfst einfach kurz stoppen und fragen: Was weiß ich wirklich – und was interpretiere ich gerade hinein? Das ist der Moment, in dem du wieder bei dir ankommst.
Mehr Vertrauen in dich selbst: Du brauchst keine perfekte Entscheidung
Viele Frauen glauben, sie könnten sich erst dann selbst vertrauen, wenn sie immer die richtige Entscheidung treffen. Aber das ist ein Missverständnis.
Selbstvertrauen bedeutet nicht: Ich mache nie Fehler. Selbstvertrauen bedeutet: Ich finde einen Weg, auch wenn es anders kommt als gedacht.
Zurück zum Wochenmarkt: Ich hätte mich innerlich fertig machen können. Wie kann ich so unaufmerksam sein? Peinlich. Kann man machen. Bringt nur nichts.
Stattdessen kam ein anderer Gedanke: Ich finde immer eine Lösung. Also schauten wir in den Personalausweis. Über das Foto konnten wir die Frau wiederfinden. Problem gelöst.
Nicht, weil ich alles perfekt beobachtet hatte. Sondern weil ich mir zugetraut habe, eine Lösung zu finden. Das ist innere Sicherheit: Ich kann mit dem umgehen, was kommt.
Sich selbst vertrauen lernen im Alltag: 5 kleine Schritte
1. Halte kurz inne, bevor du reagierst. Nicht jede Nachricht braucht sofort eine Antwort. Atme einmal. Trink einen Schluck Kaffee. Frag dich: Wuuusaaaa, was will ich eigentlich gerade? ☕
2. Prüfe deine Geschichten. Frag dich: Ist das wirklich wahr? Welche andere Erklärung könnte es geben? Würde ich mit meiner besten Freundin auch so hart sprechen? Was wäre, wenn gerade nichts falsch ist?
3. Übe kleine klare Neins. Zum Beispiel: Heute passt es mir nicht. Ich brauche noch einen Moment. Nein, das schaffe ich nicht. Ein klares Nein ist kein Angriff. Es ist Selbstachtung.
4. Sammle Beweise für deine innere Stärke. Wo hast du heute für dich gesorgt? Wo hast du entschieden? Wo bist du ruhig geblieben, obwohl dein Kopf laut war? Dein Gehirn darf neue Beweise sammeln: Ich kann mir vertrauen.
5. Entscheide, welcher inneren Stimme du mehr Raum gibst. Die eine sagt: Mach es allen recht. Eine andere sagt: Du bist auch wichtig. Die Frage ist nicht, welche Stimme sofort verschwindet. Die Frage ist: Welche Stimme führst du?
Fazit: Du entscheidest, welche Geschichte du glaubst
Dein Kopf wird weiterhin Geschichten erzählen. Das ist sein Job. Er wird interpretieren, bewerten, warnen, vergleichen und absichern wollen. Aber du musst nicht jede Geschichte kaufen.
Vielleicht ist die kurze Nachricht deiner Freundin einfach nur eine kurze Nachricht. Vielleicht ist dein Nein kein Weltuntergang. Vielleicht ist die Unsicherheit deines Kindes kein Beweis gegen dich. Vielleicht ist dein Bedürfnis nicht zu viel. Vielleicht musst du nicht noch besser funktionieren, um endlich gut genug zu sein.
Vielleicht darfst du anfangen, dir selbst zu vertrauen. Nicht irgendwann, wenn du alles gelöst hast. Sondern jetzt. Mitten im Alltag. Zwischen WhatsApp-Nachrichten, Kinderfragen, Wäschebergen, Beziehungsgesprächen und dem ganz normalen Leben. 🧘♀️
Du brauchst nicht noch mehr Kontrolle. Du brauchst mehr Verbindung zu dir.
Wenn du bereit bist, dir selbst wieder mehr zu vertrauen
Wenn du beim Lesen gemerkt hast: Genau das bin ich. Ich funktioniere, aber innerlich zweifle ich ständig an mir – dann ist das kein Zeichen, dass mit dir etwas falsch ist. Es ist ein Zeichen, dass du bereit bist, nicht länger gegen dich selbst zu arbeiten.
In meinem 1:1 Coachingprogramm mindful YOUniverse begleite ich dich dabei, mehr innere Sicherheit aufzubauen, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und dich nicht länger über Leistung oder Anpassung zu definieren.
Wenn du bereit bist, nicht länger jede Geschichte in deinem Kopf zu glauben, sondern wieder mehr dir selbst, dann schau dir mindful YOUniverse an und buche dir dein Klarheitsgespräch. Nicht irgendwann. Sondern dann, wenn du bereit bist, wieder auf deine eigene Seite zu kommen. ❤️
Alles Liebe für dich,
Laura


